Als Notarzt musst du schnell Entscheidungen treffen und viel Stress aushalten. Durch ein gutes Notfallmanagement kannst du zusätzliche Stressfaktoren vermeiden und selbst in schwierigen Fällen die Nerven bewahren.

Dadurch vermeidest du Fehler und steigerst somit auch die Überlebenschance deiner Patienten.

Als erfahrener Notarzt und langjähriger Intensivmediziner möchte ich dir hier sechs Tipps für stressresistentes Notfallmanagement geben.

Tipp #1 Bereite deine Ausrüstung vor

Du kommst zum Unfallort und möchtest deine Reanimation starten – doch das Adrenalin ist nicht auffindbar? Langes „herumwühlen“ in deiner Tasche sieht nicht nur unprofessionell aus, du verlierst dadurch Zeit und steigerst dein Stresslevel. Die Überlebenschance des Patienten sinkt hingegen…

Packe deinen Notfallkoffer daher aufmerksam, tausche abgelaufene Medikamente aus und ersetze nach jedem Einsatz die benutzten Medikamente. So gehst du sicher, dass auch für den nächsten Einsatz wieder top ausgerüstet bist.

Tipp #2 Plane immer deinen übernächsten Zug voraus

Was wirst du in zwei Minuten benötigen? Was in drei? Welcher Schritt ist notwendig, wenn sich der Zustand des Patienten in zwei Minuten nicht ändert?

Ähnlich wie beim Schachspielen solltest du im Kopf immer ein paar „Züge“ voraus sein. Das hilft dir, die Situation unter Kontrolle zu behalten.

Tipp #3 Verwende immer das 10-für10 Prinzip & halte dich an die Regel „Treat first what kills first“

10 Sekunden nachdenken um 10 Minuten zu gewinnen? Im Notfall lohnt sich das auf jeden Fall!

Diese 10 Sekunden reichen aus, um das Hauptproblem zu erfassen: Verliert der Patient viel Blut? Oder drohen seine Lungen zu versagen?

Sobald du weißt, was das Problem ist, wende die Regel „Treat first what kills first an“. So ist zum Beispiel bei einem Patienten, dessen Bein beim Unfall abgetrennt wurde, die Platzwunde am Kopf zweitrangig.

Tipp #4 Verteile die Aufgaben an alle „Hände“, die du mobilisieren kannst

Als Notarzt bist du derjenige, der am meisten medizinisches Wissen an eine Unfallstelle mitbringt. Wenn du kommst, atmen Ersthelfer erleichtert auf – die Verantwortung liegt nun ganz bei dir.

Achtung: Du hast auch nur zwei Hände! Einfache Aufgaben solltest du daher delegieren. Wurde beispielsweise die Unfallstelle noch nicht abgesichert? Weise Passanten an! Müssen Vorbereitungen für eine Reanimation getroffen werden? Lass das einen Sanitäter machen.

Verteile jeweils nur eine Aufgabe pro Person. In der Hektik könnte sonst eine wichtige Anweisung vergessen werden.

Tipp #5 Sprich mit Angehörigen und Zeugen und verwende alle Informationen

Damit du nicht Zeit in sinnlose Reanimationsmaßnahmen oder in das „Erforschen“ der Notfallursache steckst, solltest du Angehörige und Zeugen befragen. Zudem solltest du auch die Umgebung des Patienten berücksichtigen.

Hat der Herzinfarkt-Patient beispielsweise Diabetes? Hat das um Atem ringende Kleinkind gerade die Schublade mit den Nüssen entdeckt? Liegt eine tote Biene neben dem Patienten oder hängt in seiner Nähe ein Wespennest?

Tipp #6 Stelle dich deinen „Ängsten“ durch regelmäßiges Training

Eine der häufigsten „Ängste“ von Notärzten sind Kindernotfälle. Diese Notfälle sind selten, die Dosierungen sind anders, die Eltern stehen daneben: Es gibt eine Menge Faktoren, die das Stresslevel bei Kindernotfällen beeinflussen können.

Dieser Angst solltest du dich durch regelmäßiges Training – idealerweise am Kindersimulator stellen (z.B. bei einem PALS-Kurs). Einfach zu hoffen, dass du nie zu einem Kindernotfall gerufen wirst, kannst du schwer bereuen.

Denn wenn Kindernotfälle passieren, sind diese meistens „superheftig“. Kinder verzeihen Fehler weniger als Erwachsene, du kannst schneller falsch dosieren und sie sterben schneller.

Auch anderen, „persönlichen“ Notfall-Ängsten solltest du dich regelmäßig durch Trainings in einem sicheren Umfeld stellen. Wirst du dann tatsächlich zu einem deiner „Angst-Notfälle“ gerufen, fällt es dir leichter, Ruhe zu bewahren und gute Entscheidungen zu treffen.

Trainieren – klingt einfach, aber wie kannst du es einfach umsetzen?

Klassische Kurse bieten meist trockene Theorie. Von spannendem, praxisorientiertem Training meist keine Spur – dabei ist es genau dieses praktische Training, das dir wirklich etwas bringt. Im Idealfall trainierst du an einem Simulator, spielst echte Situationen durch und evaluierst deine Reaktionen nachher.

Als langjähriger Notarzt kenne ich dieses Problem und habe die Notarztrefresher-Kurse von Simulation.Centers daher so aufgebaut, wie ich sie mir selbst immer gewünscht hätte.

Alle Trainer sind selbst erfahrene Notärzte oder Anästhesisten und legen besonderen Wert auf stressresistentes Notfallmanagement. Sie kennen deine Situation und verknüpfen in den Kursen wenig Theorie mit viel Praxis und trainieren an Kinder- und Erwachsenensimulatoren.

Alle Details zum Notarztrefresher-Kurs findest du unter diesem Link: https://simulationcenters.com/produkt-kategorie/notarztrefresher/

Herzlichst,
das Ärzteteam der Simulation.Centers Corporation

Ja, ich möchte mehr über den Notarztrefresher Kurs erfahren!

Foto: © romaset – stock.adobe.com

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- Abstand halten
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