Herzinfarkt im Wartezimmer, anaphylaktischer Schock am Behandlungsstuhl…

Notfälle dieser Art können jederzeit passieren, auch in deiner Ordination!

Um das Leben dieser Patienten zu retten, solltest du jederzeit die wichtigsten Geräte und Medikamente vorrätig haben!

Als erfahrener Notarzt möchte ich dir in diesem Beitrag verraten, welche das sind.

5 Geräte plus 5 Medikamente, die du im Notfall brauchen kannst

  1. Beatmungsbeutel: Dieser ist rechtlich vorgeschrieben. Im Fall von Atemstillstand oder Ateminsuffizienz solltest du ihn da haben.
  2. Sauerstoffflasche: Du musst sie ebenfalls verpflichtend in deiner Praxis haben. Sie ist a. bei Kreislaufproblemen oder Atemnot von Vorteil.
    Achtung Neu: Bei Herzinfarktpatienten sollte die Sauerstofflasche erst bei unter 90 % Sauerstoffsättigung verwendet werden.
  3. Defibrillator: Er ist nur in Praxen vorgeschrieben, welche Belastungs-EKGs, Sedierungen und Narkosen durchführen. Trotzdem empfehle ich allen Ärzten, einen Defibrillator für ihre Praxis anzuschaffen.
  4. Asthmaspray: Dieser ist nicht vorgeschrieben aber meiner Meinung nach sinnvoll. Sollte ein Patient einen Asthmaanfall erleiden, müssen dein Team und du nicht nervös werden – es reicht der Griff zum Bronchien erweiternden Spray.
  5. Pulsoximeter: Auch der Pulsoximeter ist „nur“ eine Empfehlung. Er ist sehr hilfreich bei der Reanimation, um die Sauerstoffsättigung und die Herzfrequenz des Patienten zu beobachten.

Kurzer Hinweis: Es gibt keine Medikamente, die du laut Gesetz in deiner Praxis haben musst. Für Notfälle (und aus Erfahrung) empfehle ich dir, folgende Medikamente auf Vorrat zu haben:

  1. Adrenalin: Du brauchst es für die Reanimation, bei einem Asthmaanfall oder bei einem anaphylaktischen Schock.
  2. Amiodaron: Es ist hilfreich bei der Defibrillation nach dem 3. Schock und bei Herz-Kreislauf-Störungen.
  3. Atropin: Damit kannst du den Herzrhythmus deines Patienten beschleunigen.
  4. Opiat: Das starke Schmerzmittel ist bei Herzinfarkt oder bei schweren Verletzungen hilfreich. Achtung: Es ist dokumentationspflichtig!
  5. Ketamin: Es ist eines der gutmütigsten Narkosemedikamente. Der Patient atmet weiterhin, ist kreislaufstabil, der Blutdruck fällt nicht ab und du kannst es auch oral verabreichen (vor allem bei Kindern ein Vorteil). Ketamin kannst du bei einem psychiatrischen Ausnahmezustand gebrauchen, z.B. wenn Patienten in deiner Praxis herumbrüllen.

Alle wichtigen Notfallmedikamente und -Geräte sind vorhanden: Was musst du beachten?

#1 Sind die Medikamente abgelaufen? Wie lange hält die Defibrillator-Batterie?

Du solltest schon beim Kauf auf die Haltbarkeit deiner Medikamente und – was viele nicht bedenken – auch der Geräte achten. Die Elektroden beim Defibrillator können ablaufen und die Batterien müssen getauscht werden (je nach Gerät alle zwei bis fünf Jahre).

Laut Medizinproduktgesetz dürfen sich keine abgelaufenen Medikamente in deiner Praxis befinden! Kontrolliere daher immer das Ablaufdatum, wenn du Medikamente aus dem Schrank nimmst.

#2 Wissen deine Mitarbeiter, wo welche Medikamente und Geräte sind?

Alle Praxismitarbeiter sollten wissen, wo sie Medikamente und Geräte für den Notfall finden und wie sie heißen. Dadurch kannst du Zeit sparen und die Überlebenschancen für den Patienten erhöhen.

#3 Können deine Mitarbeiter alle Geräte bedienen und Medikamente dosieren?

Deine Mitarbeiter sollten wissen, welche Dosis bei Kindern und welche bei älteren Menschen verabreicht werden. Auch wenn der Defibrillator schnell zur Hand ist: Bedienen deine Mitarbeiter das Gerät falsch, kann der Patienten sterben.

Du wirst nicht kontrolliert – Aber: Läuft im Notfall etwas schief, musst du dich rechtfertigen!

In Österreich wird normalerweise nicht kontrolliert, ob du die vorgeschriebenen Geräte auch wirklich in deiner Praxis hast.

Aber: Bei einem Notfall mit Schadens- oder Todesfall, steht der Staatsanwalt vor der Tür. Dieser möchte dann genau wissen, ob du alles getan hast, um den Patienten zu retten:

  • Hast du dein Team geschult?
  • Bist du Leitlinienkonform vorgegangen?
  • Sind alle Apparaturen TÜV-geprüft?

Du hast noch Fragen zur Notfallvorbereitung in deiner Arztpraxis?

Wie du siehst, gibt es neben den 10 hilfreichen Geräten und Medikamenten auch einiges, was du als Arzt beachten musst.

Bei unseren Trainings für Arztpraxen zeigen meine Mitarbeiter und ich (alle medizinisches Fachpersonal) dir und deinem Team nicht nur, wie ihr Patienten reanimiert.

Wir erklären euch aktuelle Leitlinien, sehen uns deinen Medikamentenschrank und deine Notfallgeräte an und gehen sicher, dass du vorschriftsgemäß ausgestattet bist.

Wenn du mehr über das Training für Arztpraxen erfahren oder gleich einen Kurs buchen möchtest, klicke einfach auf diesen Link: https://simulationcenters.com/produkt/ordinationstraining/

Herzlichst,

das Ärzteteam der Simulation.Centers Corporation

Ja, ich möchte mehr über das Training für Arztpraxen erfahren!

Foto: © Elnur – stock.adobe.com

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Während der Kurse halten wir uns an die Schutzmaßnahmen:

- Abstand halten
- FFP2 Masken tragen
- Hände desinfizieren
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Sie haben zudem die Möglichkeit, sich gratis testen zu lassen & bei Bedarf organisieren wir die Unterkunft in einem Hotel.

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