Nach 7 Tagen auf Hoher See zwischen Savona, Barcelona und Rom kehren unsere KursteilnehmerInnen gut upgedated wieder nach Hause zurück! Was wir am Mittelmeer alles gelernt haben, erfährst du in diesem Blog!

Hinter den Kulissen kein Honigschlecken

Vor einem halben Jahr hat das Team Simulation.Tirol beschlossen, Fortbildungen am Kreuzfahrtschiff regelmäßig professionell anzubieten – ohne Qualitätsabstriche trotz schwierigen Verhältnissen. Doch das Vorhaben stellte sich bald als noch aufwändiger heraus als gedacht, vor allem da die Sicherheitsauflagen am Schiff deutlich höher sind als am Flugzeug. Dank guter Zusammenarbeit mit unserem Reisebüro Alex Tavel fanden wir endlich ein Schiff, das unser Vorhaben unterstützen würde.

Seminarraum und eine eigene Kabine für das Gepäck

Nachdem wir den Seminarraum für eine ganze Woche nach vielen Telefonaten reservieren durften und daher die Reise endlich fixieren konnten, war schnell klar: mit so viel Gepäck stehen wir vor einer logistischen Großaufgabe – denn wie bekommt man 250kg Gepäck an Bord eines Kreuzfahrtschiffes?

Jedes Paket musste exakt deklariert werden: Größe, Inhalt, Gewicht, Volumen und eine Fotodokumentation wurden verlangt. Wer uns kennt, weiß, dass wir einen Klein-LKW vollstopfen, wenn wir auf Reisen gehen. Die Erstellung der Liste dauerte schlussendlich ein paar Tage, doch dann war sie komplett zur Freude unseres Teams und konnte an die Reederei übermittelt werden.

Simulation Tirol Bus beladen

Ein herber Rückschlag

Als uns jedoch mitgeteilt wurde, dass wir den Seminarraum jeden Abend räumen müssen – aus Sicherheitsgründen – wussten wir anfangs nicht, wie wir das mit unserem mobilen Simulationszentrum nun handhaben sollen? Jeden Tag aufbauen, abbauen und wohin mit dem Gepäck? Auf Grund vieler Buchungen konnten wir nicht mehr zurück: wir buchten eine eigene Innenkabine, die wir jeden Tag mit unseren High-Tech Simulatoren und restlichem Material füllen mussten! Viel Aufwand, der sich am Ende aber als absolut richtig herausstellte! Denn alle KursteilnehmerInnen waren mehr als begeistert und das Echo nach dem Kurs war großartig! So großartig, dass 2 TeilnehmerInnen zu Ostern wieder dabei sind 🙂

Auf offener See fortbilden – Eine Idee, die ansteckt

Nachdem wir das Kursprogramm online stellten und alle Details zur Reise beinander hatten, trudelten schon die ersten Buchungen ein. Viele positive Anrufe motivierten unser Team Tag ein Tag aus, noch härter zu arbeiten! Scheinbar war die Idee ein voller Erfolg.

offene_see_simulation_tirol

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Was lernten unsere TeilnehmerInnen am Schiff in einer Woche?

Jeden Tag trafen sich die einzelnen Gruppen pünktlich im Seminarraum auf Deck 5 und wurden von unserem Team freudig empfangen. Jeden Tag gingen wir auf die Wünsche der Teilnehmer ein und simulierten viele verschiedene Notfälle.

Die Highlights unserer Szenarien – Realistisch üben in der Kleingruppe

Ein 62-jähriger Patient erleidet einen akuten Myokardinfarkt. Schnell wird dieser instabil und ringt um Luft. Leider befinden wir uns am Schiff und haben daher begrenzte Möglichkeiten. Lerninhalte waren, wie wir diesen Patienten stabilisieren und retten können! Selbstverständlich gingen wir vorher die neuen Guidelines zum Herzinfarkt durch, die du gerne hier nachlesen kannst!

Ein Kind leidet an Nussallergie und bekommt im Kindergarten eine Männer-Schnitte. Schnell wird klar, dass das Kind zunehmend instabil wird, hypoton und tachykard. Ein beginnender Stridor macht deutlich, wie sehr das Kind allergisch reagiert. Unser KursteilnehmerInnen waren präklinisch zur Stelle und kämpften um das Leben des kleinen Max. Wie man beim Kleinkind einen schweren anaphylaktischen Schock richtig therapiert, erfährst du hier!

Tachykardie Rhythmusstörungen können schnell kritisch und instabil werden. Daher war eine schwere supraventrikuläre Tachykardie wichtig zu trainieren. Lernziele waren, ab wann eine Tachykardie als instabil gilt, wie man diese Leitlinien konform richtig therapiert und was es bei der Defibrillation und Kardioversion für NotärztInnen und RettungssanitäterInnen zu beachten gilt! Hier kannst Du selber nachlesen, wie man einen Defibrillator richtig einsetzt!

Ein ACLS Training darf nicht fehlen: daher trainierten wir Szenarien mit PEA, Kammerflimmern, Torsaden, VTs und initialer Asystolien. Wir legten Wert auf Leitlinien konforme Kommunikation und die richtige Therapie der Wahl, auf eine gute und sichere Herzdruckmassage und auf eine gute Teamführung. Unser TeilnehmerInnen schlugen sich wacker, wurden von Fall zu Fall sicherer und erfreuten sich selber an der eigenen Lernkurve! Auf welche 4 Punkte es bei der Herzdruckmassage ankommt, zeigen wir dir in dieser Anleitung!

Ein Skills-Training darf nicht fehlen: so trainierten wir am Schiff die Venlon Anlage, die Benützung eines Defibrillators, die Intubation, die Atemweg-Sicherung mittels Larynxmaske und Larynxtubus und auch die Maskenbeatmung mit Ambu Beutel!

Danke für die tollen Evaluierungen und die Gesamtnote 1,0

Wenn man am Ende einer harten Woche mit maximalen Einsatz solch tolle Evaluierungsbögen bekommt, dann lässt es natürlich alle Herzen unseres gesamten Teams höherschlagen. Danke an euch alle fürs Kommen, es war wirklich eine tolle und unvergessliche Zeit! Auch freuen wir uns auf Judith und Sebastian, die uns zu Ostern wieder begleiten, wenn es heißt Schiff ahoi. Wenn du unsere Evaluierungsergebnisse im Original ansehen möchtest, dann klicke doch einfach auf diesen Link!

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Fotogalerie:

Hier findest du unsere Fotostrecke von einer Woche Fortbildung am Kreuzfahrtschiff! Es hat Spaß gemacht, wir haben viel gelernt und konnten am Abend nebenbei das ein oder andere Glas Wein gemeinsam genießen! Danke an euch alle, für die gute Stimmung und dass ihr die Reise möglich gemacht habt!

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