In deiner Arztpraxis erleidet ein Patient einen epileptischen Anfall. Weißt du, was zu tun ist?

Ein epileptischer Anfall ist meist ein Krampfanfall, der sich innerhalb weniger Sekunden bis Minuten wieder legt. Während dieser kurzen Zeit könnte sich der betroffene Patient allerdings verletzen und auch nach dem Anfall sind Epilepsie-Patienten meist nicht sofort wieder „top fit“.

Als Arzt solltest du daher wissen, welche Maßnahmen du während und nach dem Anfall setzen musst.

Du bist dir nicht mehr ganz sicher, wie „richtige“ Erste Hilfe bei Epilepsie aussieht? Keine Sorge: Mit diesem Beitrag kannst du dein Wissen auffrischen.

Erste Hilfe während des epileptischen Anfalls: 5 Schritte

  1. Bewahre Ruhe und verschaffe dir einen Überblick: Gibt es „Gefahrenquellen“ für Verletzungen? Wie lange dauert der Anfall schon?
  2. Schaffe eine sichere Umgebung: Entferne alle „gefährlichen“ Gegenstände aus der Reichweite des Patienten. Falls er auf dem Behandlungsstuhl liegt, achte darauf, dass er nicht herunterfällt. Liegt der Patient auf dem harten Boden, kannst du einen weichen Polster unter seinen Kopf schieben.
  3. Halte den Patienten nicht fest und verwende keinen Beiskeil: Halte den Patienten während des Anfalls nicht fest. Du solltest ihm weder Beiskeil noch andere Gegenstände in den Mund schieben.
  4. Warte ab, bis der Anfall vorbei ist: Bleibe beim Patienten, bis der Anfall vorbei ist. Schau dabei auf die Uhr.
  5. Ruf den Notarzt, wenn der Anfall länger als 5 Minuten dauert: Dauert der Anfall länger als fünf Minuten (sog. status epilepticus), solltest du den Notarzt rufen. Dieser wird die entsprechenden Notfallmedikamente spritzen.

Erste Hilfe nach dem epileptischen Anfall: 3 Schritte

Nach dem Anfall sind viele Epilepsie-Patienten schläfrig, sie atmen tief und langsam. Bleibe weiterhin bei ihm: Es könnte zu weiteren Anfällen kommen.

  1. Lagere den Patienten daher in der stabilen Seitenlage: Sollte es zu einem erneuten Anfall kommen oder der Patienten das Bewusstsein verlieren, liegt der Patient „richtig“ da.
  2. Decke ihn zu und schirme ihn von lauten Geräuschen und Licht ab: Warme und ruhige Umgebung können einem erneuten Anfall vorbeugen.
  3. Rufe den Krankenwagen, damit die Ursache für den Anfall abgeklärt werden: Normalerweise nehmen Epilepsie-Patienten regelmäßig Medikamente, um Anfälle zu vermeiden. Der Anfall in deiner Praxis könnte daher der erste Anfall des Betroffenen sein.

Bereite dich und dein Team auf Epilepsie- und andere Notfälle vor

Epilepsie ist nicht der einzige Notfall, zu dem es in deiner Arztpraxis kommen kann. (Welche Notfälle in Arztpraxen besonders häufig vorkommen, kannst du in diesem Beitrag nachlesen: Auf diese 3 Notfälle sollte jedes Praxisteam vorbereitet sein!)

Stirbt der Notfall-Patient oder hat er bleibende Schäden, weil dein Team und du einen Fehler machen, hat das schwerwiegende Folgen für dich als Arzt: Neben rechtlichen Konsequenzen musst du mit Imageverlust und ewigen Gewissensbissen rechnen.

Daher ist es wichtig, dass du dich und dein Team durch regelmäßiges Ordinationstraining auf Notfälle vorbereitest!

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Alle Trainer sind ausgebildete Fachpersonen, Intensivmediziner oder Notärzte.

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Herzlichst,
das Ärzteteam der Simulation.Centers Corporation

Ja, ich möchte mehr über das Training für Arztpraxen erfahren!

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